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Rezept für die Nutzung von Millennials als neue Arbeitssklaven in Unternehmen im Vergleich zu Millennials in Start-Ups...



Ja, das Millennials Thema ist fast schon durch, aber einem fallen immer wieder neue Differenzierungen auf, je mehr man mit Leuten spricht und die letzten 6 Jahre so reflektiert. Deshalb glaube ich, dass dieser Artikel zur Bewußtmachung dieser Tabu-Thematik für all diejenigen wichtig, denen die Überschrift noch nicht ganz so klar ist.

Nachdem Unternehmen zuerst zwischen 2011 und 2014 vielleicht noch etwas Respekt vor der Generation Y hatten oder diese Spezies interessiert beobachteten, wurde in 2017 nun der Millennials Hype längst durch perfide Businessmodelle adaptiert und unterscheidet sich nicht von den Unternehmen Ende der 90er Jahre.
Die Zutaten dazu zeige ich Ihnen im Folgenden auf, nachmachen ist trotzdem verboten!
Wir haben da also diese Millennials, die Startups gründen, die Workflows mit Ihren Apps und Toold revolutionieren und nicht mehr auf die alten Statussymbole wie die Babyboomer oder Generation X reinfallen, also nicht 2 Kinder, Reihenhaus, SUV und Kreditfussfessel. Einige sehr smarte dieser Spezies, haben es allen in nur 3-6 Jahren gezeigt und Unternehmen oder Software Tools aufgebaut und den Exit mit zwei- bis dreistelligen Millionenbeträgen mit Anfang 30 bereits hinter sich. (Runtastic, Prescreen.io, etc. > mehr gibts hier: https://www.deutsche-startups.de/2017/01/11/die-wichtigsten-und-groessten-exits-des-jahres-2016/ )
Und was haben Unternehmen davon gelernt ?
Das alte System einfach in neue Kleider stecken, a "g'schminkte Laich" wie der Wiener sagen würde, um weiter Gewinnmaximierung zu betreiben und das geht so:
Das Setting:
  1. Großraumbüro bunt streichen
  2. Millennials mit IPhons und Mac ausstatten
  3. Kostenloses WLAN für Alle
  4. Obstkorb, Smoothies und Cafe integrieren
  5. Pizzaabende, Hot Yoga oder Minigolf
  6. Tischfussball oder Playstation muss auch ins Büro

Das Businessmodell:
  1. Die gleichen unrealistischen Sales- oder Recruiting Goals wie früher gemeinsam beschließen, kapiert eh niemand, wenn man es Transparent durchwinkt in ein fancy Design gepackt..
  2. Die Ziele für jeden Millennial so ambitioniert stecken, dass er seine Position(Gehalt) mindestens 10x ausfinanziert hat, wenn er 50% erreicht.
  3. Offene Team Meetings, wo jeder was sagen kann, gemacht wird aber dann sowieso das, was das Management Board, bestehend aus Generation X oder Baby Boomern vorab besprochen hat. Also Kommunikation und Startup Kommunismus, der aber dann ins Leere läuft, aber ein nettes Ventil ist, ja Raum für offene Kummunikation ohne demokratische Ergebnisse.
  4. Immer für Nachschub sorgen, denn wenn die Millennials nach 1-2 Jahren gemerkt haben, dass Ihnen das zu blöd ist, weil sie ausgebeutet werden, muss Ersatz in der Pipeline sein. Aber keine Sorge, es gibt noch genug junge und dumme, ich selbst war auch so und brauchte das Geld, nur hatte ich damals Bosse mit Handschlagqualität, die man heutzutage seltener findet, weil Sie in Pension sind.
  5. Viel Social Media Alarm machen, wie cool die Company ist, sei es auf Facebook, Twitter oder LinkedIn, sowie Pics von Pizzaabenden posten oder vom Unboxing of my new Company Mac.(1st working day!)
  6. Die Bewertungsplattformen(wie Kununu / Glassdoor, etc.) immer nur von neuen Mitarbeitern in der 1. Arbeitswoche ausfüllen lassen, die den Laden sowieso noch nicht kennen, aber in der Anfangseuphorie des ersten Jobs, sowieso immer nur volle Punkzahl vergeben. Wenn diese dann gehen, tritt wieder Punkt 4 in Kraft. :-)
  7. 1-2 Jahres-Incentives machen, das hebt die Stimmung und geht sich auch noch aus, denn schließlich arbeiten alle ja so hart und billig, dass trotzdem noch der Gewinn für das 5-10 köpfige Management als Bonus übrig bleibt.
  8. Gewinmaximierungsziele, wie in Unternehmen der 90er Jahre, vielleicht sogar Börsennotiert, nur eben in Startup-Gewand, aber dafür ohne Shares.
Diese Liste ginge noch unendlich weiter, aber dazu habt Ihr sicher noch bessere Beispiele, liebe Millennials, die Ihr nach 18 - 24 Monaten gekündigt habt, weil es euch zu "deppad" war. Doof nur, dass man Euch nun vorwirft, Ihr wärt flatterhaft und eben keine Arbeitssklaven, wie die anderen Generationen vor Euch.
Nein, ihr habs einfach nur irgendwann geschnallt, wie der Hase läuft und seid deswegen gegangen, weil Ihr nicht den alten Wein in neuen Schläuchen abgefüllt vermutet hattet. So etwas merkt man auch oft erst nach 6-12 Monaten und dann muss man erstmal einen neuen Job gefunden haben, um zu kündigen.
Ja, Ihr dachtet an das StartUp Eco System, das Ihr von Euren Freunden oder von YouTube kennt, das die großen Firmen schnell adaptiert haben, um auf dieser Trend Welle mit zu schwimmen und dann wurdet Ihr ausgebeutet für die gleichen Gewinnmaximierungsziele, die Ihr eigentlich mit Euren Ideologien eigentlich bekämpft. Ihr habt es nur so spät gemerkt, weil die Firma natürlich nicht so transparent ist, dass Sie alle Zahlen allen Mitarbeitern zur ganz Verfügung stellt, woraus diese dann Ihren Impact ableiten können, also auch sehen, was sie geleistet haben.



Die besseren Helden sind Millennials in Startups, wo das gelebt wird, was auch propagiert wird und alle am Unternehmen beteiligt sind. Hier lohnt es sich Überstunden zu machen, Verantwortung zu übernehmen und durch zu halten. Gerade wenn man für eine Idee brennt und mit Shares beteiligt ist, ja vielleicht auch wenig bis gar keine Venture Capital Geber im Boot hat, lohnt es sich um so mehr, sich durchzubeißen, nicht jedoch für das anfangs beschriebene Szenario, das durchaus öfter existiert, als manch einer glauben mag.
Vielen wird das schon bewußt sein, aber ich glaube es gibt genug da draußen, die den Wolfs im Schafspelz noch nicht erkannt haben und meinen dann, das gehört so zum Erwachsenwerden dazu und zur Arbeitswelt. Diejenigen, denen es ausreicht ein IPhone und Mac for free zu haben und den Tischfussball in der Teeküche, werden schon auch noch aufwachen, vermutlich erst mit Ende 20 ;-), aber sie kommen durch diesen Artikel vielleicht etwas zum Nachdenken...
Tja, und die Baby Boomer- oder Generation X Bosse, die so einen Millennial Sklaven Inkubator betreiben, immer schön mit Sakko und Hemd, aber ohne Krawatte, bitte, weil lockerer, diejenigen, sollten sich wieder an die Handschlagqualität Ihrer einstigen Chefs erinneren, deren Erbe sie verraten haben, um eine neue Generation an Idealisten auszubeuten mit perfieden, intransparenten Methoden, wo jedoch überall ganz groß Transparenz und New Work drauf steht.


Wir erleben im Business gerade in manchen Teilen einen ähnlichen Qualitäts und Moral Verfall, wie er sich damals Ende der 60er Jahre dann in der Hippiezeit entladen hatte. Was dass dann alles mit sich gebracht hat an Laissez Fair Erziehung und gechillter Planlosigkeit kennen wir ja bereits, und heute sind Tingel-Tangel-Bob 50 und versucht seine Schäfchen ins Trockene zu bringen mit Hilfe der Millennials.
Handschlagqualität beginnt schon beim Umgang mit den Mitarbeitern und mit den Kunden, und wenn die wieder gegeben ist, sparen wir uns tausende Euros für Employer Branding und Marketing, was ja eigentlich nur Kosmetik für den internen Unfug und die Schwachstellen ist, die eigentlich auf einer soliden Basis stehen sollten. Aber erklären Sie Tinge-Tangel-Bob mal Solide und Qualität.
Was hängen bleiben sollte ist:Nicht überall wo Smart-New-Work draufsteht, ist auch Startup Kultur drinn. Und die Kultur ist am Ende entscheident und die Shares für ein gesundes Unternehmen und nachhaltige Arbeit.
Gibt es beides nicht, so sollte Mann / Frau sich Gedanken machen, denn wir leben nur 1 Mal.
Beste Grüße aus Wien, vom Breadhunter.

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